Historische Formelhafte Sprache und Traditionen des Formulierens
Sofja Kovalevskaja-Preis-Projekt des Fachbereichs II Germanistik/Ältere deutsche
Philologie an der Universität
Trier mit finanzieller Unter-
stützung der Alexander von
Humboldt-Stiftung
Projektleitung: Dr. Natalia Filatkina
Wissen über Sprache gehört zu den traditionellsten Interessenbereichen einer Gesellschaft und bildet den Gegenstand der seit dem 19. Jahrhundert existierenden Sprachwissenschaft. Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts ist es bekannt, dass die Architektur einer Sprache wesentlich von den mehr oder weniger festen formelhaften Wortverbindungen, z.B. den Nagel auf den Kopf treffen, klipp und klar, ein Referat halten, Meine Damen und Herren oder Wenn schon, denn schon mitgestaltet wird. Eine moderne Sprache kann nur in ihrer historischen Entwicklung ausschöpfend begriffen und beschrieben werden. Während über den historischen Werdegang der lautlichen, grammatischen und lexikalischen Systeme des Deutschen unterschiedlich umfangreiche und detaillierte Informationen vorliegen, ist das Wissen über die Herausbildung der formelhaften Wendungen fragmentarisch und mosaikartig: Was bedeutet im Mittelalter die Wendung Er kann nicht von einem Brot zum anderen gelangen? Warum steigt man jemandem aufs Dach, wenn man ihn/sie zurückweisen will? Was ist ein Kerbholz und was hat es mit dem Begehen einer Straftat zu tun? In welchen Situationen hat man die Ausdrücke Gehab dich wohl! und Behalten Sie wohl Ihren getreuen Diener verwendet und wen hat man dabei adressiert? Das Projekt will diese Forschungslücke epochenübergreifend, korpusbasiert und ausgehend von unterschiedlichen historischen Textsorten schließen und ein Stück Kulturgeschichte des Deutschen in Form einer Datenbank der scientific community sowie dem breiten nicht-wissenschaftlichen Publikum zeitnah zur Verfügung stellen. Dabei arbeitet das Projekt an der Schnittstelle der Historischen Linguistik und der EDV-Philologie und verbindet die modernsten Informationstechnologien mit der interdisziplinären Interpretation und den neuesten Kriterien der linguistischen Analyse.
Wissenschaftliche Gastgeberin: Prof. Dr. Claudine Moulin
In Kooperation mit:
Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrum (HKFZ)
Trier
Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und
Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität
Trier
Institut für deutsche Sprache in Mannheim
Wolfgang Paul-Preis-Projekt
„Kollokationen im Wörterbuch“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften (Prof. Dr. Christiane Fellbaum
Europäische Gesellschaft für
Phraseologie und Parömiologie (Europhras)
Weitere Informationen finden Sie auf der HiFoS-Website.

