Normen- und Wertbegriffe in der Verständigung zwischen Ost- und Westeuropa
Projektförderung durch die Volkswagen-Stiftung
Projektleitung: Prof. Dr. Rosemarie
Lühr
Im Rahmen des Schwerpunktes "Einheit und Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" fördert die Stiftung Vorhaben, die die Vielfalt und Heterogenität des östlichen Europas mit seinen Bezügen und Verbindungen zu Westeuropa beleuchten. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Normen- und Wertbegriffe in der Verständigung zwischen Ost- und Westeuropa“ beschäftigt sich vor allem mit der Frage, ob wir wertebegrifflich gesehen in Europa dieselbe Sprache sprechen.
Forschungsziel ist die Erarbeitung einer mehrsprachigen Konkordanz der Normen- und Wertbegriffe in Sprachen Osteuropas (Albanisch, Armenisch, Litauisch, Polnisch, Russisch, Rumänisch, Slowakisch, Ungarisch) und Westeuropas (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch), in der diese Begriffe vor dem jeweiligen sozialen, geistigen, vor allem ethischen Hintergrund erklärt und nach den Methoden der Sprachwissenschaft, der Philosophie und der Soziologie vergleichend dargestellt werden. In Kooperation mit Sprachwissenschaftlern, Ethikern und Soziologen aus West- und Osteuropa sollen die einschlägigen Normen- und Wertbegriffe in ausgewählten Sprachen untersucht werden. Außerdem wird versucht, die ethisch, religiös, historisch, politisch, sozial und kulturell bedingten Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Wertbegriffe aufzudecken. So hoffen die beteiligten Wissenschaftler zum Verständnis im doppelten Sinne des Wortes für die unterschiedlichen politischen, ökonomischen, sozialen und mentalen Erfahrungen und Traditionen beizutragen, die die Entwicklung Europas prägten und prägen.
Die Ergebnisse der Forscher sollen in Form eines Handbuches und einer Datenbank vermittelt werden, in denen die Schlüsselwörter der ost- und westeuropäischen Wertebegriffe in ihren interkulturellen Kontext gestellt werden. Stellvertretend für Osteuropa werden das Russische, Polnische, Litauische und Slowakische behandelt. Aus dem südöstlichen Teil kommen Rumänisch und Albanisch hinzu. Für Westeuropa werden die für die EU wichtigen Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch zum Vergleich herangezogen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projekts.

