Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas
Projekt der Sächsischen
Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Eichler und Prof. Dr. Heiner Lück
Das Forschungsvorhaben ist der Beeinflussung osteuropäischer Rechtsordnungen durch
das deutsche Recht in Gestalt des Sachsenspiegels und des Magdeburger Rechts
gewidmet. Dazu gehören vornehmlich Polen, die Ukraine, Weißrussland, Tschechien und
die Slowakei. Ein heute noch vorhandenes Denkmal in Kiew zu Ehren des
sächsisch-magdeburgischen Rechts bezeichnet etwa die Ostgrenze des immensen
Verbreitungsgebietes von Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Anliegen des Projekts
ist es, eine rechts- und sprachgeschichtlich fundierte Grundlage für das bessere
Verständnis und die gegenseitige Kommunikation zwischen Deutschland und den slawisch
sprechenden Ländern Osteuropas, vor allem auf dem Gebiet des Rechts und der
Wirtschaft, zu schaffen. Das soll mittels einer Edition von wichtigen
frühneuzeitlichen Rechtsquellen dieser Länder mit den entsprechenden Sach- und
Worterklärungen sowie der Untersuchung der Lexik der slawischen Rechtssprache
geschehen.
Im Unterschied zu früheren Forschungen soll von den slawisch-sprachigen
Rechtsquellen ausgegangen und nach ihrem genetischen Zusammenhang mit deutschen
Rechtstexten gefragt werden. Es soll vor allem untersucht werden, wie die deutschen
Fachtermini und Institutionen der deutschen Quellen in die slawischen Sprachen
transponiert worden sind. Da diese sprachlichen Probleme bis an die juristische
Fachsprache der Gegenwart in diesen Ländern heranreichen, bedürfen diese wichtigen
Quellen europäischer Rechtskultur der Kenntnisnahme, Edition und Untersuchung. Diese
Aufgabe kann nur in enger Kooperation von Rechtsgeschichte und slawischer Philologie
geleistet werden. Als Ergebnis wird eine Darstellung angestrebt, welche die Texte wie
auch eine Kommentierung und rechtssprachliche Erklärungen umfasst. Somit könnte
allen Interessenten aus Politik, Wirtschaft, Rechtspraxis und Wissenschaft ein Werk
an die Hand gegeben werden, das es ermöglicht, sich der gegenwärtigen Rechtssprache
dieser Länder zu nähern.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

